Quellen, Quellen und noch Quellen...
Ich bin, wie schon seit Wochen bei der Aufarbeitung der Sekundärliteratur. Ich habe schon Tonnen von Studien über die Parteien und politischen Ideologien in Deutschland, Österreich und Ungarn gesammelt.
Die wichtigste Erkenntis, die ich dabei bisher gemacht habe?
Dass ich zur Analyse ein Dreickmodell der Ideologien verwenden werde, weil die eine dichotome Aufteilung von Rechts und Links, bzw. von konservativ und liberal nur über eine beschränkte Erklärungskraft verfügt.
Diese Forschung konnte mit Unterstützung des ungarischen Staates und der Europäischen Union, in Kofinanzierung des Europäischen Sozialfonds, durch die im Rahmen des Projektes TÁMOP 4.2.4.A-1 ausgeschriebene Stipendienförderung verwirklicht werden.
Erklärung
Diese Forschung konnte mit Unterstützung des ungarischen Staates und der Europäischen Union, in Kofinanzierung des Europäischen Sozialfonds, durch die im Rahmen des Projektes TÁMOP 4.2.4.A-1 ausgeschriebene Stipendienförderung verwirklicht werden.
2013. november 21., csütörtök
2013. október 31., csütörtök
Ein Klassiker
Es ist mir noch etwas eingefallen, wenn wir uns schon mit den Meinungen von Parlamentsabgeordneten über politische Ideologien beschäftigen, wer hat das gesagt? :)
2013. október 12., szombat
Berichterstattung über den Vortrag im Ungarischen Auswärtigen Institut (Magyar Külügyi Intézet) „Deutschland: Nach den Wahlen, vor einer schweren Koalition“ 7. Oktober 2013, 10.00
Diese Forschung konnte mit Unterstützung des ungarischen Staates und der Europäischen Union, in Kofinanzierung des Europäischen Sozialfonds, durch die im Rahmen des Projektes TÁMOP 4.2.4.A-1 ausgeschriebene Stipendienförderung verwirklicht werden.
Die Präsentation wurde von László Kiss und András Hettyey gehalten.
Im Rahmen der Präsentationsreihe des
Auswärtigen Instituts „Kaffee und Außenpolitik“ haben László Kiss und András
Hettyey die Bundestagswahlen in Deutschland analysiert. Sie haben vier größere
Fragengruppen untersucht:
- Unterschiede zwischen den linksliberalen und konservativen politischen Narrativen vor den Wahlen
- Politische Machtverhältnisse vor den Wahlen
- Situation der Parteien, Aussichten der Koalition, Veränderungstendenzen des Parteisystems und welche Wirkung die Wahlen auf diese Tendenzen geübt haben
- Bewertung der nächsten Merkel-Regierung: Welche sind die nötigen außen- und sicherheitspolitischen Reformen
Herr Kiss hat den Vortrag mit der Vorstellung
von der deutschen Wirtschaftskraft begonnen und hat etliche statistische Fakten
über Deutschland, über die deutsche Gesellschaft und über den Wahlen selbst
dargestellt. Er hat auch den wichtigen europäischen Kontext dieser Wahlen
unterstrichen.
Danach hat er die zwei wichtige politische
Narrativen vor den Wahlen erörtert: die linksliberale und die konservative
Narrative.
Die linksliberale Narrative geht davon aus,
dass die Regierung nötige Reformen weder begonnen, noch geplant hat. Insofern
ist Deutschland für die Veränderung der Welt und für die Herausforderungen
nicht vorbereitet. Die Linksliberalen sind an der Meinung, dass das deutsche
Sozialsystem nicht nachhaltig ist und es fehlen allgemein die langfristigen
Strategien. Sie bemängeln auch die Polarisierung der politischen Themen: die
Programme der CDU und SPD sind, auch infolge der letzten Großkoalition, sehr
ähnlich. Markante Unterschiede sieht man nur bei der Steuerpolitik und bei der
Frage des Mindestlohns. Die deutsche Behandlung der Wirtschaftskrise war nur
die Umsetzung deutscher Exportinteressen und der Schuld wurde den europäischen Südstaaten
zugewiesen, wobei Deutschlands Rolle an der Krise nicht erörtert wird. Diese
Narrative hat einen starken sozialpolitischen Ansatz. Man erklärt die guten
Beschäftigungsdaten mit den Dumpinglöhnen und man kritisiert dieser Art von
Arbeitspolitik mit den daraus resultierenden niedrigen Rentenzahlungen, die
später zum Altersarmut führen.
Die konservative Narrative hat aber einen
quantitativen, ergebnisorientierten Ansatz und geht im Gegensatz davon aus,
dass Deutschland so stark ist, wie nie vor der Wende: 70 Prozent der
Bevölkerung sieht eine positive Entwicklung laut den Meinungsumfragen, die
wirtschaftliche Situation ist gut, die Anzahl der Arbeitnehmer ist gestiegen,
die die Arbeitslosenquote ist gesunken, es gibt wegen den guten
Beschäftigungsdaten Rekordsteuereinnahmen und auf dem Finanzmarkt ist
Deutschland während der Krise zum „sicheren Hafen“ geworden.
Die Auflösung der Meinungsunterschiede der
Narrativen, also die Auflösung zwischen „Lethargie“ und „Erfolg“ sieht Kiss
darin, dass Deutschland sich in so einer guten Situation befindet, dass es dem
Land nur schlechter gehen kann. Die langfristigen Problemen mit der
Demographie, mit der regionalen Disparitäten, mit der Binnenmigration, mit dem Mangel
an Facharbeiter, mit dem Rentensystem, mit dem Finanzsystem und Doppeltransfer,
und mit den Herausforderungen des Föderalismus, der Energiewende und des
Niedriglohnsektors müssen in der Zukunft behandelt werden.
In seinem zweiten Punkt über die parteilichen
Machtverhältnisse hat Herr Kiss nochmal die Ähnlichkeiten zwischen den
Programmen der CDU und SPD betont. Bei der Frage des Mindestlohns hat er aber
die zwei unterschiedlichen Philosophien der Seiten vorgestellt. Solange beide
Seiten die die soziale Gerechtigkeit vor Auge halten, vertreten die Grünen und
SPD eine linke Einstellung mit Anspruch auf Neuverteilung von den Wohlhabenden
in die Richtung ärmerer Bevölkerungsschichten und im Gegensatz dazu vertritt
die CDU/CSU eine eher wirtschaftsliberal geprägte Auffassung, dass man mit
höherer Besteuerung der „Reichen“, die jetzt sowieso eine in Vergleich zum
Anteil in der Bevölkerung einen überproportionalen Anteil der Einkommensteuer
bezahlen, zur Ungerechtigkeiten beiträgt und Arbeitsplätze gefährdet.
Die Schwäche der SPD wurde mit den
politischen Kosten der Agenda 2010 erklärt, in dem die SPD nicht eine
sozialdemokratische, aber eine eher liberale Wirtschaftspolitik verwirklicht
hat, außerdem war ein Problem für die SPD, dass alle von der Regierung
initiierten Sparpaketen letztendlich im Bundestag seitens der SPD zugestimmt
waren. Sie haben also kein linkes Programm präsentiert.
Herr Kiss hat Angela Merkel als Kanzlerin der
Antipolarisation genannt und ihre Persönlichkeit als Schlüssel des Erfolges der
CDU benannt. Ihr überparteiliches Image führt zu eine asymmetrischen Mobilisierung
bzw. asymmetrische Demobilisierung der Wähler. Sie vermeidet offene
Konfrontationen in spaltenden Themen, sie nimmt die Themen der Gegner weg
(Energiewende), sie integriert das in die Programme der CDU. Damit verwirklicht
sie zum Teil die Programme der Opposition, damit demobilisiert man die
oppositionellen Wählern, und verursacht eine Profilkrise bei der SPD.
Herr Hettyey hat im dritten Teil die Kampagne
der Parteien vorgestellt. Die Kampagne der CDU war auf Merkel statt Fachpolitiken
zugespitzt, die in der ganzen Bevölkerung beliebt ist. Die asymmetrische
Demobilisierung wurde wieder erläutert. Die drei wichtigsten Themen waren die
Vermeidung der Steuererhöhungen, die Einführung des Betreuungsgeldes und die Minimalisierung
von Wohnmietpreisen. Man kann eine linke Bewegung der CDU zum Zentrum
beobachten.
Die schwache Ergebnisse der FDP, SPD und
Grünen lassen sich gemeinsam mit inneren Streitigkeiten erklären. Die SPD
forderte landesweites Mindestlohn (8,50 Euro pro Stunde), kritisierte das Betreuungsgeld
und forderte Steuererhöhungen. Die Initiativen der Grünen (Veggieday, usw.)
wurden als aggressiv-paternalistische Maßnahmen in der Bevölkerung aufgefasst
und abgelehnt. Weitere Themen waren bei den Grünen die Frauenquote,
Steuererhöhungen und Mindestlohn. Die FDP konnte die Erwartungen der Wähler bei
der Umsetzung ihres Programms nicht nachkommen und die Beurteilung der Partei
in der Bevölkerung hat sich verschlechtert. Die Wähler haben massenhaft Richtung
CDU und SPD bewegt. Die Linken haben ein pazifistisches, aber ein sehr stark
linkes Programm präsentiert, sie waren auch von inneren Streitigkeiten
betroffen.
Herr Hettyey hat danach die Aussichten der
Koalition erörtert und hält wegen den inhaltlichen Übereinstimmungen eine
schwarz-rote Koalition für wahrscheinlich. Die Rolle vom Merkel als die „schwarze
Wittwe“, da der Koalitionspartner der CDU bei den nächsten Wahlen ein
schlechtes Ergebnis erwarten kann macht die Verhandlungspartner vorsichtig.
Zum dritten Teil hat Herr Kiss über die Veränderungen
im Parteisystem geredet. Obwohl man Pluralisierung erwartet hat, die
Stabilitätskultur hat dazu geführt, dass es jetzt nur noch vier Parteien im
Bundestag sind. Sechs Millionen Stimmen wurden an Parteien gegeben, die nicht
in den Bundestag kamen, daraus wurde die fallende integrative Kraft der
Volksparteien abgeleitet und Kiss hat die „Volkparteilichkeit“ der SPD in Frage
gestellt. Dieses Gedanke wurde von Herrn Hettyey ergänzt, in dem die
Wahlergebnisse mit den österreichischen Ergebnissen verglichen wurden. In
Österreich haben die ÖVP und SPÖ nur ca. 40 Prozent der Stimmen bekommen, in
Deutschland haben die Volksparteien 66 Prozent bekommen. So war Herr Hettyey an
der Meinung dass die Bedeutung der Volkparteien in Deutschland in Frage zu
stellen, noch zu früh ist.
Im letzten Teil der Präsentation hat man die
deutsche Europapolitik und Außen- und Sicherheitspolitik analysiert. Man kam
auf die Konklusion, dass Deutschland eine vorsichtigere Europapolitik führt und
auf der Weltbühne, wegen den fehlenden Kapazitäten der USA, Deutschland nicht
mehr als politischer Zwerg auftreten kann.
Anschließend der Präsentation fand eine
Fragerunde statt.
2013. szeptember 27., péntek
Vorstellung des Forschungsthemas
Liebe Leser,
Sie sind herzlich Willkommen auf meinem Forschungsblog!
Mein Name ist Melinda Csachó und ich studiere Internationale Beziehungen (MA) an der Andrássy Universität in Budapest. Ich habe mich im Juli 2013 für das Andrássy Europa Stipendium für Master-Studenten beworben, das ich im September erhalten habe.
Das Ziel dieses Stipendiums ist junge Forscher zu fördern, die durch ihre wissenschaftliche Tätigkeit zur Forschung des Donauraums beitragen. Das Stipendium wurde vom Amt für öffentliche Verwaltung und Justiz im Rahmen des Prioritätsprojekts „TÁMOP 4.2.4 A/1-11-1-2012-0001 Nationales Exzellenzprogramm – Landesprogramm zum Aufbau und Betrieb eines Systems zur Förderung von Studierenden und Forschern“ ausgeschrieben.
Das Ziel dieses Blogs ist, dass die verehrte Leserinnen und Leser meine Forschungsarbeit begleiten können und dass ich die wichtigsten Milensteine und Erkenntnisse der Forschung bekannt geben kann. Als erster Schritt möchte ich mit einer Vorstellung beginnen.
Ich werde in meinem ersten Eintrag zusammenfassen, warum ich dieses Thema gewählt habe und was das Ziel meiner Forschung ist. Mein Forschungsthema trägt den Titel "Vergleichende Analyse der politischen Ideologien von Parlamentsabgeordneten und ihrer Parteien in der Bundesrepublik Deutschland, in Republik Österreich und in Ungarn".
Sie sind herzlich Willkommen auf meinem Forschungsblog!
Mein Name ist Melinda Csachó und ich studiere Internationale Beziehungen (MA) an der Andrássy Universität in Budapest. Ich habe mich im Juli 2013 für das Andrássy Europa Stipendium für Master-Studenten beworben, das ich im September erhalten habe.
Das Ziel dieses Stipendiums ist junge Forscher zu fördern, die durch ihre wissenschaftliche Tätigkeit zur Forschung des Donauraums beitragen. Das Stipendium wurde vom Amt für öffentliche Verwaltung und Justiz im Rahmen des Prioritätsprojekts „TÁMOP 4.2.4 A/1-11-1-2012-0001 Nationales Exzellenzprogramm – Landesprogramm zum Aufbau und Betrieb eines Systems zur Förderung von Studierenden und Forschern“ ausgeschrieben.
Das Ziel dieses Blogs ist, dass die verehrte Leserinnen und Leser meine Forschungsarbeit begleiten können und dass ich die wichtigsten Milensteine und Erkenntnisse der Forschung bekannt geben kann. Als erster Schritt möchte ich mit einer Vorstellung beginnen.
Ich werde in meinem ersten Eintrag zusammenfassen, warum ich dieses Thema gewählt habe und was das Ziel meiner Forschung ist. Mein Forschungsthema trägt den Titel "Vergleichende Analyse der politischen Ideologien von Parlamentsabgeordneten und ihrer Parteien in der Bundesrepublik Deutschland, in Republik Österreich und in Ungarn".
Warum habe ich dieses Thema gewählt?
Bei der Wahl des Themas hat mein Praktikum im Deutschen Bundestag eine große Rolle gespielt. Die Arbeit im Bundestag hat meine Interesse für politische Parteien und Ideologien gesteigert und die ersten Fragen, die ich während meiner Forschung beantworten möchte, habe ich während meiner Aufenthalt in Berlin formuliert. Unter anderem untersuche ich die folgenden Fragen: Was bedeuten die Begriffe „Konservativismus“, „Sozialismus“, „Liberalismus“ und „Grüne Politik“ in den drei verschiedenen Ländern? Wie würden sie die verschiedene Ideologien definieren? Welche Begriffe assoziieren sie mit den unterschiedlichen politischen Ideologien?
Ziel meiner Forschung
Ich habe als Ziel der Forschung gesetzt, ein besseres Verständnis über politische Ideologien, über Parteien über und Abgeordneten in Deutschland, Österreich und Ungarn zu erwerben. Die Unterschiede der geschichtlichen Entwicklung in den politischen Kulturen der Länder haben zufolge, dass Begriffen, wie „Konservativismus", „Sozialismus“, „Liberalismus“ oder „Grüne Politik“ nach Ländern getrennt untersucht werden müssen um danach die Unterschiede und Ähnlichkeiten erkennen zu können. Die unterschiedlichen politischen Kulturen bestimmen auch in den einzelnen Ländern das Verhältnis der Ideologien zueinander. Sie bestimmen auch das Bild, das die Vertreter von den einzelnen politischen Ideologien über die Gruppen oder Individuen mit einer anderen ideologischen Gesinnung haben. Das Verhältnis zwischen den ideologischen Überzeugungen und zwischen den Parteien kann die Kooperationsbereitschaft der Akteure im Parlament beeinflussen. Deswegen muss man untersuchen, wie groß die Abstände zwischen politischen Ideologien in den einzelnen Ländern sind, um auf theoretischer Ebene abschätzen zu können, inwiefern die Vertreter von bestimmten politischen Ideologien miteinander kooperieren können. Es soll also die theoretische ideologische Kompatibilität untersucht werden.
Die Forschung würde also auch eine Einstellungsforschung der Parteien und Abgeordneten gegenüber Vertreter anderer Ideologien beinhalten. Die ermittelten Unterschiede können später als Erklärungsmuster zur Beantwortung der Frage dienen, warum in manchen Themen, politischen Fragen die Kooperation zwischen den Parteien in einem Land einfacher ist oder einfacher erscheint als in den anderen Ländern. Diese Erkenntnisse könnten auch dazu beitragen abzuklären, welche ideologischen Konstellationen auf nationaler oder auf internationaler Ebene die „gute Regierungsführung“, die „Good Governance“ beeinflussen, die eine der Schwerpunkte der Donaustrategie ist.
Begründung der Länderwahl
Ich habe Deutschland, Österreich und Ungarn gewehlt, weil diese Länder über für die Forschung wichtige Ähnlichkeiten verfügen.
Zum Beispiel:
1. Nur in diesen drei Ländern in der Donauraum eine Grüne Partei im Parlament.
2. Die FPÖ in Österreich und die Jobbik in Ungarn werden oft als „rechtspopulistisch“, „rechtsradikal“ oder sogar als „rechtsextrem“ bezeichnet werden, diese beide Parteien sind jeweils im Parlament und in Deutschland ist die AfD bei den Wahlen fast in den Bundestag gekommen.
3. Als ich mich für das Stipendium beworben habe gab's noch weder in Ungarn noch in Österreich eine Partei im Parlament, die sich selber als liberal bezeichnen würde. Auch in Deutschland war der Verbleib der FDP im Bundestag unsicher. Interessante Erscheinung ist, dass nach den Wahlen in Österreich, ein sich offen als liberal bekennende Partei wieder im Parlament ist, solange in Deutschland die FDP nach mehreren Jahrzehnten die Gesetzgebung auf Bundesebene verlassen sollte. SZDSZ hat 2010 in Ungarn den selben Schicksal gehabt.
Der Hintergrund dieser Phänomene werde ich während der Forschung erörtern.
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